Pinzgauer Bauernhaus
"Häuslgut"

Dieses typische Pinzgauer Bauernhaus war bis 1968 das Wohngebäude der Familie Buchner in Kaprun.

Im Herbst 1968 abgetragen, wurde es 1969 - 1972 im Museumsareal verkleinert aufgestellt und museal eingerichtet.

Am First ist die Jahreszahl 1757 zu lesen. Als ehemaliges "Lehensgut" der Burgherrn von Kaprun ist das Gehöft aber wesentlich älter.

Im 15. Jh. wird der Herrenhof als Zehenthof mit dazugehöriger "Taferne" erwähnt.
Seit 1726 Familienbesitz, 1985 zum "Erbhof" erklärt.

 
     
 

 

Erdgeschoss:
 

 
  Die Bauernstube ist unverfälscht, mit voll getäfelten Wänden ("Tafer"), Holzdecke und Riemenboden, rundumlaufender Holzbank (mit Hühnersteigen darunter), rundem Esstisch mit Rundbänken im Herrgottswinkel, sowie einem mächtigen Stubenofen.  
 

 
   

In der Vorratskammer, der Speis sind u. a. Geräte zur Milchverarbeitung, zum Brotbacken und Wurstherstellung, sowie eine alte Schnapsbrennerei zu sehen.

 
     
  Die Rauchküche ("Rachkuchö") wird von einem riesigen, gemauerten Herd mit offener Feuerstelle dominiert. Die Rauchküche diente nicht nur der Speisenherstellung, sondern auch zur Käseherstellung und zum Selchen von Fleisch. Von hier aus wurde auch der Stubenofen geheizt.  
 

 
   

 

erster Stock:

 

 
  Die "Lahnsteiner" Stube gehört eigentlich nicht in ein Bauernhaus, sondern in ein Bürgerhaus. In der Stube stehen die Originalmöbel des Heimatforschers und Buchautors Kanonikus Lahnsteiner (1882 - 1971).  
     
  In der Schlaf- und in der Schönkammer stehen wunderschöne Truhen und Kästen. In der Schönkammer findet man eine Reihe "Haarbilder". Verschiedene Blumengewinde und Ornamente sind aus dem Haar Verstorbener geflochten und erinnern an den Sterbetag.
 
 
 

 

 

 

 
   

In der Knechtkammer sieht man die "Schlenn", Betten der Dienstboten, in denen mitunter bis zu vier Personen schliefen.
In der Schlenggertruhe verwahrte der Knecht seine Habseligkeiten. Beim Wechsel des Dienstplatzes holte "neue" Bauer seinen Knecht mit der Truhe ab.